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Löcher im Boot & Dach drauf!

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Wie der Überschrift des Beitrages zu entnehmen ist, rückt die Hochzeit vom Kajütdach und dem bisher erstellten Rumpf in greifbare Nähe! Doch zuvor entschied ich mich wieder einmal für eine Sonderlocke abseits des Original-Plans vom CLC Pocketship.

Die Kajüte hat bei mir eine Vorder- und Rückwand aus 2 cm Multiplx-Platte bekommen, die Steuerbord- und Backbordseiten hatte ich bisher wie im Plan mit einer 10 mm Holzleiste an der Oberkante versehen … Diese doppelte ich auf, um mehr Auflagefläche für das Dach zum Verkleben zu bekommen und um später unter der Reling mehr Material zu haben, in die ich diese befestigen konnte. Also kam noch einmal eine Leiste vor die bereits vorhandene und das entstandene Höhenunterschieds-Dreieck füllte ich mit Epoxy auf.

Mit dem Hobel wurde die überstehende zweite Leiste in Form gebracht und mit dem Bandschleifer entstand die finale Form, die so als Aufnahme des Kajütdaches dienen sollte.

Zur Abwechselung standen nun wieder ein paar Schleifarbeiten an, die ich auf insgesamt zwei halbe Tage aufteilte, um nicht permanent den ganzen Tag hinweg schleifen zu müssen – das macht keinen Spaß! Die Hohlkehlen in der Plicht und die Glasfaserstellen an den Kajüt-Seitenwänden wurden geschliffen.

Jetzt war das Gefühl auch schöner, wenn man sich, in kurzer Arbeitshose, nicht mit nackten Knien  in einen Epoxydharz-Klumpen kniete – herrlich, wenn der Schmerz nachlässt.

Daraufhin bohrte ich Löcher ins Boot! Der Ankerkasten am Bug mit den beiden Boxen für die späteren Dorade-Lüfter, werden so entwässert, dass das Wasser durch die Dorade-Boxen nach außen über Bord abfließen kann bzw. soll.

Im Pocketship- Plan werden hier einfach Löcher in die Wände der entsprechenden Bauteile gebohrt, mit Harz versiegelt – fertig. Ich entschloss mich kleine Alu-Röhrchen als Durchführung zu verwenden. Zum einen kann ich so, wenn ein Durchfluss zu sitzt, diesen wieder frei stoßen (z. B. mit einer Dübelstange o. Ä.) und ich wollte die Abflüsse nach außen etwas länger lassen – wie lang genau weiß ich noch nicht, dass muss ich mal sehen, wenn die Scheuerleisten darunter angebracht sind.

Mit den kleinen Kunststoff-Keilen ließen sich die Röhrchen wunderbar in die richtige Position bringen, bevor ich das Ganze mit Epoxydharz verklebte. Geschliffen und in die endgültige Form ist das System noch nicht …

Ich kam dem Kajüt-Dach immer näher – doch vorher wollte ich noch die Löcher für die späteren Lüftungsgitter in der Kajüt-Bug-Wand bohren. Das ist einfacher, wenn man in der Kajüte ohne Dach noch stehen kann.

Passt alles, also wieder raus mit dem Gitter und mit Epoxy die Schnittflächen versiegeln.

Das Dach … ja, das hat mir dann doch etwas Hirnschmalz abverlangt. Warum? Aus mehreren Gründen. Zum einen wird das Dach im Original-Plan aus zwei Sperrholzplatten erstellt, die in der Mitte mit einem Sperrholzstück aufgedoppelt und zusammengehalten werden. Über das besagte Sperrholzstück auf der Dachoberseite kommt später der Kasten für das Schiebeluk, unter dem die Luke verschwindet.

Mein Ansatz war dieser: Ich wollte keinen Kasten auf der Kajüte haben, unter dem das Schiebeluk verschwindet, weil mir der zu groß und klobig erscheint (da sind wir wieder beim Thema Geschmack, wie schon bei dem Heck im Beitrag zuvor) und, weil darunter sich „alles mögliche“ ansammelt und dieser entstandene Raum auch wieder durch kleine Bohrungen entwässert wird … nee, irgendwie gefällt mir das nicht. Also bediente ich mich wieder, wie schon beim Heck, beim Cape Cutter und überlegte mir, den Niedergang mit Schiebeluk so zu übernehmen mit ein, zwei Extras, zu denen ich dann zu gegebener Zeit komme 😉

Weiterhin sah ich es nicht ein, zwei komplette Sperrholzplatten dafür zu verwenden, denn aus Spaß legte ich eine Platte auf’s Dach um mal zu sehen, wie das grob wird und sah, dass die Platte ausreichte – bis auf die Dorade-Lüfter-Boxen. Okay, dass war jetzt die kleinste Übung. Ich nahm also nur eine Sperrholzplatte verbaute diese quer und aus dem Rest gab es Deckel für die Doradelüfter-Boxen – geht doch und eine komplette Platte gespart!

An einem Freitag Abend schnitt ich die Platte für den kommenden Tag grob in Form und fixierte sie mir Spanngurten, damit sie sich noch am nächsten Tag an die neue Form erinnern würde. Ja, und den schon erwähnten Tag danach ging es dann los, das Dach kam auf die Kajüte.

Meine anfängliche Befürchtung war, dass sich eine „Welle“ in die Dach-Platte ziehen könnte, so wie wenn man einen großen Aufkleber von einer Ecke anfängt zu kleben und dann am Schluss aufgrund der Untergrundform sich eine Falte wirft … daher schraubte ich immer an allen Seiten jeweils eine Schraube und nicht erstmal eine Seite komplett und dann die nächste Seite, das ging gut auf, ohne Falten zu werfen. Oben dann die Bilder zu dem zuvor Beschriebenen.

Was ich noch als „Extra“ verbaute, was nicht im Plan steht … zwei Holz-Streben unter dem Dach nach Steuerbord und Backbord. Das tat ich, damit das Dach an dieser Stelle später nicht „wippt“ oder nachgibt, wenn man darüber läuft, um nach vorn zum Anker zu kommen. Und, wer weiß, was ich daran noch aufhängen kann? 🙂

Das Dach war ausgehärtet und die Ränder plan geschnitten und geschliffen – so kam jetzt der Augenblick, in dem ich den Niedergang in seiner Tiefe Richtung Bug bestimmte und ausschnitt. So kam ich doch gleich viel besser in die Kajüte, um dort zu arbeiten.

An dieser Stelle sei gesagt, dass ich bei den Arbeiten hier viel Unterstützung und Hilfe von meinen Kindern hatte, die fleißig aussaugten, schliffen und festhielten, oder einfach fragten, wann wir denn endlich mit dem Boot losfahren können – danke dafür! 🙂

Die letzte Arbeit waren die Lenzlöcher im Heck, die ich noch grob setzen wollte. Auch hier im Original einfache Löcher im Heckspiegel auf Niveau des Bodens in der Plicht. Diese Löcher wollte ich auf Wunsch verschließbar machen können, denn wenn ich einfach nur Kaffeetrinkend vor Anker liege und sich die komplette Seemannschaft zum Baden im Heckbereich aufhält, wollte ich die Möglichkeit haben die Lenzlöcher zu schließen und die Plicht im Fußbereich etwas trockener zu halten. So eine Lösung gibt es beim einschlägigen Bootsausstatter für viel Geld zu kaufen, war mir aber zu teuer für etwas, was ich aus dem Handwerk auch anders kannte. Ein 90° Wasserrohrbogen – der ist genau dafür da um Wasser zu leiten, und mehr soll er ja hier nicht tun. Und, diese Bögen gibt es ja mit Schraub-Stopfen. Diese bekommen von mir noch schöne Schraub-Griffe. Mal sehen, was mir da einfällt.

Diese Lenz-Lösung wird noch mit Epoxy eingeklebt und die Schraubverschlüsse bekommen noch Griffe irgendwelcher Art 🙂 Und, klar ist auch, dass ich vor dem Bohren der Lenzlöcher im Plan geschaut habe, wo die Oberkannte des Wasserspiegels ist – das ist der Bleistift-Strich mittig unten am Heck 😉

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