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Rücklehnen & Schwalbennester

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Mein Gott, schon der 40. Beitrag über meine Reise mit dem Bau des Pocketships – Viel Spaß damit!

Nachdem ich die Leisten aus der Kajüte Richtung Bug gebogen und montiert hatte, war ich in dem Thema „Leistenbiegen“ richtig warm gelaufen …

Leistenbiegen musste ich auch für die Unterkonstruktion der Rücklehnen in der Plicht. Zuerst wurden die Querstücke, vier pro Seite, montiert, die die Richtung für die späteren Leisten vorgaben. Für die Leisten suchte ich mir Holzstücke mit möglichst wenig bis keine Ästen raus, denn dass sind meist die „Bruchstellen“, wenn es an das Biegen geht.

Vor dem Verkleben mit Epoxy machte ich eine Probe der Leisten – alles hielt und ich konnte die Leisten einkleben. Die vier Querstücke pro Seite fertigte ich aus Resten der 20 mm Multiplex-Platte. Im Plan werden hier 9 mm Platten verwendet, die dann wiederum mit Draht eingebunden werden um sie anschließend mit Epoxy zu verkleben. Mit den dickeren Platten konnte ich von außen kleine temporäre Schrauben setzen – somit hatte ich alles sofort in Form und konnte direkt mit dem Verkleben starten. Mit dieser Methode konnte ich auch die Leisten schön einschrauben und positionieren. Meiner Meinung nach, konnte ich dadurch viel Zeit gegenüber der Bau-Methode im Handbuch sparen, insofern man Zeit überhaupt sparen kann …!?

Im letzen Fach (Richtung Heck gesehen) der Rückenlehne wird jeweils rechts und links ein Schwalbennest entstehen. Daher schliff ich die Hohlkehlen glatt und lackierte diese schonmal mit einem Rest Farbe, den ich noch vom Bootsinnern übrig hatte, damit ich später nicht das Innere durch die Schwalbennest-Öffnung lackieren muss.

Das lackierte Schwalbennest an Steuerbord

An den Bootsecken am Heck, am oberen Ende des Spiegels sieht der Plan vor jeweils ein Massiv-Holzblock zu montieren, damit der spätere nach innen kippende Spiegelaufbau eine Fläche hat, an dem er aufgesetzt werden kann. Dazu war ich froh eine Bandsäge zu haben – aufgrund der Winkel vom Spiegel zu den Bootsseiten war das etwas tricky, hat aber letzlich gut geklappt.

Hier die Holzklötze an den Ecken des Heck-Spiegels. Diese können später beigeschnitten werden.

Nach dem Aushärten schliff ich mit einem Bandschleifer und einem 40er Papier die obere und spätere Auflage der Rücklehnen plan. Bei der Breite der Leisten ging das wirklich gut – eine große Fläche ist das ja nicht, die geschliffen wird.

Nun wollte ich die beiden Platten der Rücklehnen einbauen. Ich schnitt mir aus dem Plan das Bauteil aus Papier aus und konnte so die entgültige Form genau prüfen und korrigieren, um nicht anschließend mit dem 2-Meter-Bett hantieren zu müssen. Als die Passform bestimmt war, galt es noch die schon erwähnten Schwalbennester-Öffnungen in die Platten zu schneiden. Hier wich ich auch vom Plan ab und kreirte meine Form und Größe, die ich für mich für sinnvoll und schön hielt, auch den inneren Rahmen zur Verstärkung um die Nest-Öffnung, fertigte ich nach meinem Geschmack. Mit der Oberfäse fräste ich schöne Rundungen von aussen und innen in die Öffnung, für eine angenehme spätere Haptik.

Die beiden Fächer in der Rücklehne Richtung Kajüte pro Seite, werden mit Styropor ausgefüllt. Das tat ich auch bevor die beiden Platten eingebaut wurden. Die Öffnung von oben war mir zu klein und fummelig für den Job.

Die Rückseiten der Rücklehnen-Bauteile werden wieder mit Epoxy eingelassen – ich verarbeitete die Platten „nass“ weiter, denn aushärten konnten die Plattenrückseiten ja auch an ihrem finalen Platz.

Damit sind die Rücklehnen in der Plicht auch fertig verbaut. Ich zog noch die Epoxy-Hohlkehlen ein und so war der Step auch erledigt. Nicht erschrecken, die im Bild oben extrem ausgefranste Plattenkante habe ich nach oben überstehen lassen, somit kann ich mit einer „Japan-Säge (ohne Rücken)“ die Oberkante der Rücklehne perfekt an die Unterkonstruktion anpassen.

2 Antworten zu „Rücklehnen & Schwalbennester”.

  1. Avatar von Frank Wessel-Kesting
    Frank Wessel-Kesting

    Hallo Timo,
    ich bin´s mal wieder und habe auch wieder Fragen im Gepäck.
    Einmal zu deinem Cockpit. Hat es eine Entwässerung gegen übergehende See und Regenwasser?
    Und dann eine Frage zu den Styrodurplatten, die du eingebaut hast. Warum werden die gebraucht?
    Ich habe immer Bauchschmerzen, wenn Hohlräume mit Platten oder Schaum gefüllt werden.
    Ich habe lieber einen leeren Raum, wenn zu groß, teile ich ihn noch mit einem Schott. Dann kommen Inspektionsluken darauf und alles ist dicht. So kann ich jeder Zeit kontrollieren ob Wasser eingedrungen ist oder sich Kondensat gebildet hat und es entsteht kein verdeckter Gammel. Wenn ich nicht segle kann man Sie öffnen und alles belüften, kein Druckunterschied von warm nach kalt und umgekehrt (Mikrorisse). Wenn die Deckel groß genug sind hat man sogar noch mehr Stauraum für Tampen und was es sonst noch so gibt.
    Schöne Grüße
    Frank

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    1. Hallo Frank,
      ja, dass Cockpit wir noch selbstlenzent gemacht, dass ist mit einer der nächsten Arbeitsschritte.

      Die Styrodurplatten … In der Bugspitze ist ein „Raum“ mit den Platten und einer Luke, in den Rückenlehnen der von Dir angesprochene Teil mit Platten und unter der Plicht im Bereich der Füße werden noch Platten liegen. In Summe ist das der Auftriebkörper, der das Boot an der Wasseroberfläche halten würde, selbst, wenn es komplett voll Wasser gelaufen wäre.

      Styrodurplatten lieber als Hohlräume – Im Falle einer Kollision, z. B. mit dem Bug, würde sich der große Raum in der Bugspitze mit Wasser füllen und hätte keine Auftriebseigenschaft mehr, sogar das Gegenteil wäre der Fall, mit Styrodur kann Wasser eindringen, der Auftrieb wäre trotzdem gegeben. Daher das Styrodur. Die beiden Kammern in der Rücklehne sind die einzigen, die keinen Zugang haben, Luft kann jedoch zirkulieren, weil oben, quasi unter dem Kammerdeckel im Rahmen zwei Schlitze in die gegenüberliegenden Kammern existieren, so kann Temperatur und Luft sich austauschen. Im Nachhinein wäre es auch kein Problem hier noch kleine Luken o. Ä. einzusetzen.

      Viele Grüße,
      Timo

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