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Deck, Kajüt-Rückwand & viel Kaffee

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Ja, ich habe einige Silber-Haare, keine grauen! Aber diese sind vergangenes Wochenende definitiv mehr geworden! Auch der Kaffe-Konsum hatte einen leichten Ausschlag nach oben und die Stimmung nach unten …

Aber der Reihe nach, mittlerweile ist mein Puls wieder der eines Joghurt umrührendes Teenagers.

Mein Ziel war es, am Wochenende die Teile für die Kajütrückwand, das Deck und die Unterkonstruktion der Rücklehnen im Cockpit herzustellen, und zumindest die Rückwand zu verbauen.

Es ging also wieder los, die richtige Papier-Rolle der Baupläne zu suchen und das Kopierrädchen zu aktivieren.

Schnell wurde mir anhand des Plan-Studiums klar, dass erst das Deck verbaut werden musste, bevor ich weiter mit der Rückwand der Kajüte machen konnte. Nach dem Zuschnitt des Decks bekam diese über Nacht noch eine dicke Schicht Epoxydharz von unten. Mit der Montage des Decks begann dann der nächste Tag – soweit noch alles okay.

Die Deckplatte mit der Epoxydharz-Unterseite
Und der schon so oft erwähnte Cafe Crema, der in genügender Anzahl heute eine große Rolle einnehmen sollte.

Nach der Trockenprobe der Deckplatte ging es also wieder los mit Epoxy-Kleber herstellen, um diesen dann an die zuvor gut geschliffenen Decks-Spanten aufzutragen. Das Deck selbst war schnell montiert – ich habe es mit kleinen Schrauben fixiert, die ich nachher wieder entfernen werde. Das Deck habe ich etwas größer gefertigt, ich muss es als nächstes bündig schleifen und dann mit einer Säge (Multitool) eine Sperrholzbreite vom Rand ins Deck einschneiden, damit die Seitenteile den entstandenen Platz einnehmen können.

Das Deck sitzt und kann nun trocknen.

Beim Zuschnitt der Kabinen-Rückwand war darauf zu achten, dass diese unten einen 70°-Winkel angeschnitten bekam. Diesen konnte ich mir zuvor auf dem 1:1-Plan herausmessen und mit der Handkreissäge schneiden.

Oben nochmal der Plan mit der Grad-Angabe und der geschnittenen, schrägen Unterseite der Kajüt-Rückwand. Vllt. erwähne ich hier an dieser Stelle noch einmal, dass meine Kajüt-Vorder- und -Rückwand aus 2 cm Multiplex-Platte bestehen und nicht wie im Original-Plan aus 9 mm Sperrholz.

Ich fragte mich, woher ich weiß, wo genau die Rückwand platziert wird – und diese Frage wird auch im Booklet gestellt. Die Antwort: Es müssen die Seitenteile mit Draht angeheftet werden, damit die Position der Rückwand klar wird. Die beiden schmalen Seitenteile hatte ich schon letztes Jahr mit den Rumpfteilen Laminiert und an die Decke zur Aufbewahrung gehangen. Jetzt konnte ich dieses Lager auflösen und die beiden Teile verbauen.

Doch irgendwie passte das alles nicht so 100%ig. Erstmal eine Pause und ein Kaffe trinken, dann nochmal mit frischem Geist ans Werk. Doch die Situation war auch nach dem Kaffeetrinken die gleiche.

Ich versuche die ganze Baustelle einmal kompakt zu schildern – zuvor möchte ich jedoch noch sagen, dass ich alle Teile genau vom Plan übertragen und gefertig habe!

Bei den schmalen Seitenteilen, die auf die Seitenteile vom Rumpf kommen war das Problem, dass wenn ich diese vom Heck aus auf den Rumpf hin mit Draht montierte, standen am Bug die beiden Seitenteile gute 30 cm in der Luft. Beim Versuch diese herunterzudrücken, baute sich soviel Spannung in der Mitte der Teile auf, dass die Bauteile Mittschiffs eine nicht mehr einzufangende, ausschlagende Kurve/Bogen nach außen machten, der nicht mehr zu bändigen war.

Das zweite Problem war, dass wenn ich die Rückwand, die ich zweimal nachschneiden musste, weil sie zu breit war, am Ende der Plicht-Fläche aufsetzte und in den vorgegebenen Winkel stellte, passte die Stelle um circa 4 cm nicht, an der sich Rückwand und Bootseitenwände treffen sollten …???

Nach einem weiteren Kaffe und einem Hin- und Her-Überlegen löste ich das Problem schließlich so: Die Seitenteile konnte ich bzgl. der entstandenen Spannung gut passend nachschneiden, denn wenn ich die Seitenteile von außen am Rumpf entlang grob montierte konnte ich von innen die Rumpf-Unterseite übertragen und nachschneiden.

Zur Rückwand – Die Rundung vom späteren Dach zog ich an den beiden Seiten um circa 4 cm weiter nach unten, die Höhe in der Mitte blieb. Somit bin ich annähern genau an dem Punkt, an dem die Rückwand sein sollte. Von innen werden an dieser Stelle noch Leisten montiert, die das Kajütdach mit tragen, diese Leiste kann ich dann so verbauen, dass alles wieder passt.

Schwer zu beschreiben, aber vllt. helfen die Bilder noch weiter das entstandene und gelöste Problem zu verstehen.

Ich weiß, dass es in Foren von CLC immer einmal wieder Austausch gibt zu nicht passenden Stellen im Plan – ob diese jetzt mit dazu gehört weiß ich nicht, ich habe aufgehört, darin zu lesen, denn das ist so, als würde man in einem Buch mit lauter Krankheiten lesen die es gibt – in dem Moment fängt es schon an zu ziepen und zu schmerzen 🙂 Und, mit der Lösung bin ich zufrieden – also alles gut.

Hier das schmale Steuerbord-Seitenteil nach der Anpassung. Vorn das Deck, welches noch nachgeschnitten werden muss, damit das obere Seitenteil seinen Platz einnehmen kann und es danach bündig auf dem Rumpf sitzt.
So passt es dann auch später gut Richtung Bug.

… eine kleine Delle habe ich noch in der vorderen Kajütwand, die muss ich bei Gelegenheit noch mit Epoxy einmal rausziehen 😉

Das war in Summe ein langer und bewegter Tag. Abends war ich noch so mutig und habe mich an die Bestellung von neuem Epoxydharz gemacht, den ich jetzt für die anstehenden Arbeiten brauchen werde – was soll ich sagen, auch hier hat die aktuelle politische Situation zugeschlagen, der 25 kg Kanister Harz kosten jetzt genau 50 € mehr als genau vor einem Jahr …

6 Antworten zu „Deck, Kajüt-Rückwand & viel Kaffee”.

  1. Avatar von Frank Wessel-Kesting
    Frank Wessel-Kesting

    Hi Timo,
    warum hast du für die Vorder- und Rückseite 20 mm Multiplex genommen? (ich schaue aber auch noch einmal in deinen Berichten nach) Erwartest du Schießereien mit Piraten ;-).
    Mit dem Preissteigerungen beim Harz stimme ich dir zu. Ich habe für mein Projekt alles auf einen Schlag gekauft. Hat von einem halben Jahr weh getan, jetzt bin ich aber froh es gemacht zu haben.
    Schöne Grüße
    Frank

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    1. Hallo Frank,
      nein, Schießereien erwarte ich nicht 🙂 Ich kann es Dir auch schnell schreiben, warum ich 20 mm verwendet habe … 😉

      Vorne habe ich mich für die 20 mm entschieden, weil dort ja später der Mast dran befestigt ist und sich viele Pocketship-Bauer nachträglich diese Stelle an der die Maststütze steht eine Verstärkung einbauen. Weiterhin wollte ich noch etwas „gefühlte Stabilität“ ins Boot bekommen.

      Hinten, weil ich im Austausch mit Carlos (Pocketship, Konfido) erfahren habe, dass er sich den Abgang in die Kajüte einmal „abgetreten hat“ weil es dort im Fußbereich ja nur 9 mm hat. Er hat sich den Abgang dann nachträglich noch verstärkt. Das wollte ich auch stabiler an dieser Stelle haben und der Vorteil ist noch, ich brauche von innen (vorne und hinten) keine Leisten für das Kajütdach montieren, denn die 2 cm reichen ja als Auflagefläche.

      Mit dem Harz war ich auch erst am überlegen … Ich wollte den halt nicht so lange stehen lassen, denn hätte ich zu Beginn alles gekauft, wäre der Harz, den ich jetzt verbrauchen würde schon ein Jahr alt …!?

      Baust Du denn auch ein Pocketship, oder ein anderes Boot, wenn Du Harz bestellst?

      Viele Grüße,
      Timo

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      1. Avatar von Frank Wessel-Kesting
        Frank Wessel-Kesting

        Hi,
        verstärken in den belasteten Stellen ja, aber eine so dicke Platte würde mir das ganze zu schwer machen. Aber das ist Geschmacksache.
        Die Lagerzeit von Harz ist mindestens 2 Jahre und wenn es dunkel gelagert und nicht gewerblich genutzt noch viel länger. Und große Mengen = besserer Preis.
        Ich baue kein Pocketship, finde es aber sehr interessant. Würde ich mir gerne einmal ansehen.
        Ich baue (versuche zu bauen) momentan einen Trimaran. Eine SCARAB 22
        ( http://www.teamscarab.com.au/Scarab22Des.html )
        Das Boot wird jedoch ganz ohne Holz gebaut. Dafür fertige ich die notwendigen Platten aus einem PVC Schaum mit Glasbeschichtung. Von der Bauart ist genau so wie deins. Gerade Platten und ein Knickspanter.
        Schöne Grüße
        Frank

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  2. Hallo Frank,
    klar, an solchen Projekten ist immer ganz viel „Geschmacksache“, auch wenn Du einmal im Web die ganzen Pocketship-Blogs anschaust, ist ja schon viel dabei an Diversitäten, was das Ganze aber auch wieder spannend macht …

    Mit dem Harz das wußte ich noch nicht, ich habe einmal grob hochgerechnet, mit dem jetzt kommenden Harz sollte ich hinkommen, vllt, nochmal 5 kg oben drauf, mal sehen.

    Der Trimaran, den Du baust, ist ja … riesig! Das ist schon nochmal ein größeres Projekt als ein Pocketship, auch was Du sagst, mit der Art der Platten … Hut ab!

    Dokumentierst Du das irgendwo in einem Blog?

    Viele Grüße,
    Timo

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    1. Avatar von Frank Wessel-Kesting
      Frank Wessel-Kesting

      Jein,
      ich habe ein Bautagebuch, in dem ich für mich jeden Tag dokumentiere. Das fand ich bei meinen anderen Projekten immer schön, wenn ich nach einiger Zeit darin stöbern konnte (halt in Erinnerungen schwelgen) und auch einmal nachsehen konnte warum manche Bauabschnitte so lange gedauert haben.
      Auch bin ich auf dem Boote-Forum aktiv. Dort stelle ich eine recht abgespeckte Dokumentation ein und versuche sie einigermaßen auf dem Laufenden zu halten.

      Daran einen Blog zu starten habe ich auch schon gedacht, habe sogar schon einen. Ich stelle aber auch fest: so etwas gut zu machen erfordert ganz schön viel Zeit. Welche Erfahrungen hast du mit deinem gemacht?
      Du sagtes “ Hut ab “ . Danke für das Lob. Ja, das Projekt ist größer, aber von der Machart her genau wie deins. Auch du beschichtest die Platten bevor du sie einbaust.
      Unter deinem Punkt „Arbeitszeit & Werkzeuge“ hattest du es schon gut zusammengefasst. Gute Bedingungen sind das A+O. Ich kann in einer beheizten Werkstatt arbeiten, die für das gesamte Boot Platz bietet und habe über meine alten Projekte alle notwendigen Werkzeuge zusammen.
      Zur Bauzeit, die vom Konstrukteur angegeben werden, in meinen Plänen sind 1500 Stunden vorgesehen. Ich bin gespannt, wo ich landen werde.
      Schöne Grüße
      Frank

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      1. Hallo Frank,
        auf Deine beheizbare Werkstatt, in die Dein Bauprojekt passt bin ich neidisch!!! Das ist natürlich ein Träumchen – Glückwunsch dazu 🙂

        Bzgl. der Größe des Projektes kam bei mir noch hinzu, dass ich nichts Größeres bauen wollte, weil es ja auch noch eine Familie gibt, ich irgendwann fertig werden möchte und ich das alles allein stemme, daher war das die maximale, aber auch passende Größe für mich.

        Ja, wenn ich sagen würde, so ein Blog macht keine Arbeite, wäre das gelogen! Ich hatte den ersten Blog auch nach einem halben Jahr wieder offline genommen, weil für mich die Fragen nicht geklärt waren, wozu ich das überhaupt mache. Jetzt steht für mich auch ganz klar die persönliche Dokumentation im Vordergrund und ich habe, genau wie Du auch sagst, diese Momente, in denen ich zurückblätter und mir einerseits denke „… klasse, was alles schon geschafft ist“ und immer nachschauen kann, wie ich hier und da manche Dinge gebaut habe, die für andere Stellen am Boot vllt. wichtig sind.
        Den Anspruch eine Riesen-Follower-Gemeinschaft aufzubauen habe ich nicht 🙂 Aber trotzdem ist es dann auch schön, wie mit Dir, sich austauschen zu können und zu sehen, dass es auch noch andere Menschen mit ähnlichen Hobby’s/Projekten gibt.

        Gefällt 1 Person

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